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Perspective

Aluminium – Gefährlich für die Gesundheit?

December 06, 2015| By Alexander Eistert | General Liability | Deutsch | English

Region: Europe

In den letzten Jahren haben das Thema Aluminium und etwaige Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit stark an Bedeutung zugenommen. Ausgelöst durch teils intensive mediale Begleitung wurde das Thema von Verbrauchern sowie Verbraucherschutzorganisationen aufgenommen und diskutiert. Besonders der Film „ Die Akte Aluminium“ hat durch teils drastische Beispiele für Aufsehen gesorgt und ein breites Echo in der Öffentlichkeit gefunden. In der Dokumentation aus dem Jahr 2013 wird unter anderem auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Deodorants mit Aluminiumsalzen und Brustkrebserkrankungen hingewiesen sowie über die Einnahme von aluminiumhaltigen Medikamenten bedingten Alzheimerfällen berichtet.

Das geschärfte Verbraucherbewusstsein hat dazu geführt, dass viele Kosmetikhersteller in Europa auf ihren Produktverpackungen angeben, ob ein Produkt Aluminiumsalze enthält.

Aluminium ist jedoch nicht nur in Kosmetikartikeln enthalten. Es ist ferner ein natürlicher Bestandteil unseres Trinkwassers und kann außerdem über Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen und verarbeitet werden. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass sich Metallteile über Jahrzehnte im Körper anreichern. Zudem hat Aluminiumchlorid die Eigenschaft, dass die sog. Blut-Hirn-Schranke im Körper bei gewissen Konzentrationen problemlos überwunden werden kann. Wissenschaftliche Tests belegen außerdem, dass hohe Konzentrationen von Aluminiumchlorid im Körper das Nervengewebe und die Knochenstruktur schädigen.

Eine erhöhte Aluminiumkonzentration im Körper ist hauptsächlich auf die Verwendung von aluminiumhaltigen Verbraucherprodukten zurückzuführen. Besondere Bedeutung kommt hierbei aluminiumhaltigen Antitranspirantien zu, die wegen ihrer schweißhemmenden Wirkung in Deodorants zum Einsatz kommen. Vermutlich werden die Inhaltsstoffe über die Haut schneller aufgenommen und können sich leichter im Körper anreichern, wenn sie (unmittelbar nach der Rasur) direkt auf die Haut gesprüht oder aufgetragen werden. Die tolerierbare Aufnahmemenge für einen 60 kg schweren Erwachsenen liegt laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bei 1,7 bis 13 mg Aluminium täglich. Studien des BfR zeigen jedoch, dass dieser Grenzwert bei der Verwendung von aluminiumhaltigen Antitranspirantien überschritten wird.1 Wenn die Haut zudem beim Rasieren verletzt wurde, können die Aufnahmewerte um ein Vielfaches höher liegen.

Bislang gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege für einen Zusammenhang zwischen Krebs- bzw. Alzheimererkrankungen und der Verwendung von Deodorants. Auch die Gefahren einer Überschreitung der empfohlenen Aluminium-Aufnahmemenge konnten bislang nicht nachgewiesen werden. Die Wissenschaft ist sich daher nach wie vor uneins darüber, ob die übermäßige Aufnahme von Aluminiumsalzen tatsächlich eine Gefahr darstellt. Das BfR warnt jedoch vorsorglich davor, den Grenzwert übermäßig zu überschreiten und rät Verbrauchern dazu, verantwortungsbewusst zu handeln und möglichst auf aluminiumfreie Produkte umzusteigen.

Für die Hersteller aluminiumhaltiger Produkte, besonders in der Kosmetikbranche, besteht eine gewisse Latenz- und Spätschadenproblematik getrieben durch die aktuelle Ungewissheit über die Zusammenhänge von Aluminiumsalzen und Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Auch könnten Hersteller von Rückrufkosten betroffen sein, falls sich eine konkrete Gefahr für den Menschen aus der Nutzung dieser Produkte ergibt. Angesichts der öffentlichen Debatte über die gesundheitlichen Risiken von Aluminium könnten auf Hersteller möglicherweise Verbraucherklagen zukommen. Die Kosten für die Abwehr eventuell unberechtigter Ansprüche könnten ebenfalls eine gewichtige Rolle spielen.

Vorerst bleibt abzuwarten, welche Position die Wissenschaft zu den gesundheitlichen Folgen von Aluminium einnehmen wird und ob die Skepsis in der Öffentlichkeit weiter zunimmt. Dennoch sollten sowohl Hersteller als auch Versicherer schon jetzt durch adäquates Risk-Management und Monitoring der Situation mögliche Schadenszenarien und Risiken minimieren.

Endnote
  1. http://www.bfr.bund.de/cm/343/aluminiumhaltige-antitranspirantien-tragen-zur-aufnahme-von-aluminium-bei.pdf.

 

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