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Perspective

Weniger BU-Leistungsfälle durch digitale Technologien -
Eine Win-win-Situation für Versicherte und Versicherer

January 11, 2018| By Ross Campbell | Disability | Deutsch | English

Auch im Gesundheitswesen erleben wir durch technische Innovationen in den Bereichen künstliche Intelligenz, Virtual Reality und maschinelles Lernen einen ständigen Wandel. Heutzutage besitzt praktisch jeder ein Smartphone. Dadurch ist es einfacher denn je, Daten zu erheben und Dritten den Zugriff auf sie zu gewähren. Anhand der Erkenntnisse, die aus der Analyse der Daten gewonnen werden, können Provider ihren Kunden Produkte und Dienstleistungen anbieten, die auf deren individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Digitale Technologien eröffnen Versicherern neue Möglichkeiten für ein Risikomanagement, das weniger von einer persönlichen und traditionellen klinischen Einschätzung abhängig ist. Dementsprechend groß ist das Interesse an diesen Innovationen. Statements von Vertretern vier führender Entwickler digitaler Technologien für das Gesundheitswesen verdeutlichen, wie attraktiv der Einsatz dieser Techniken auch für die Versicherungsbranche ist.

Thomas Lethenborg von Monsenso, Anbieter einer Smartphone-App zur Vorbeugung und Behandlung psychischer Erkrankungen, sagt: „Digitale Technologien helfen Menschen, von einem reaktiven zu einem proaktiveren Verhalten überzugehen - und dies führt zu grundsätzlichen Verhaltensänderungen.“

Diese Ansicht teilt auch David Forster von Thrive, einer weiteren App für die Förderung der psychischen Gesundheit: „Durch die Auswertung von Daten erhalten wir ein besseres Verständnis dafür, was für den Einzelnen am besten funktioniert.“ Laut Forster bietet der Durchbruch digitaler Technologien im klinischen Umfeld neue Chancen für die Versicherer. „Solche Technologien ermöglichen es, Versicherte individuell und persönlich bei der Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung von Erkrankungen zu unterstützen.“

Ian Prangley von TrackActive, einer Software zur Verordnung und Überwachung von Reha-Maßnahmen, schlägt dieselbe Richtung ein: „Mithilfe digitaler Lösungen können Versicherer die Kundenbindung und -zufriedenheit fördern und gleichzeitig Menschen in die Lage versetzen, sich selbst um ihre Gesundheit zu kümmern. Die Nutzung von Daten sowie der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) spielen dabei eine entscheidende Rolle.“

Auch Danny Dressler von AIMO, einer Technologie, die intelligente Bewegungsanalyse in die Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparats integriert, bestätigt diesen Trend: „Angesichts der Erhebung und sicheren Verarbeitung von immer größeren und besseren Datensätzen ist die künstliche Intelligenz die vielversprechendste Technologie für die Gesundheitsförderung und zur Lösung von Problemen sowohl im Gesundheitswesen als auch in der Lebens- und Krankenversicherung.“

Digitale Technologien ermöglichen es den Versicherern, mit bedarfsgerechten, automatisierten und schnellen Verfahren Menschen zu helfen, wenn sie es am nötigsten brauchen. Befürworter solcher Technologien sind der Ansicht, dass ihr Einsatz dazu beitragen kann, die Gesundheit und Behandlung von Versicherten zu verbessern, sodass die Kosten, die mit Leistungsfällen in der Berufsunfähigkeitsversicherung verbunden sind, gesenkt werden können - also eine Win-win-Situation für Versicherte und Versicherer.

Digital Technology

Dressler wies zudem darauf hin, dass „die von ihm angebotenen Technologien nicht nur Versicherer in die Lage versetzen, ihren Kunden neue Lösungen wie eine dynamische Prämiengestaltung und automatisierte Leistungsprüfung anzubieten, sondern auch dazu beitragen können, dass Leistungsfälle erst gar nicht entstehen.“ Laut Lethenborg ergibt sich daraus „die Möglichkeit, durch die Analyse von Daten ganzheitliche Erkenntnisse zu gewinnen, die genutzt werden können, um schnell zu intervenieren, wenn Hilfe nötig ist.“

Dabei ist jedoch entscheidend, dass beim Schutz der Privatsphäre und der Daten höchstmögliche Standards eingehalten werden und die Betreiber alle gesetzlichen Auflagen erfüllen. Jedes Ungleichgewicht zwischen Datenschutz und Innovation wäre ein K.o.-Kriterium für den Kunden.

Forster weiß genau, wie schmal dieser Grat ist: „Wir sind uns der Verantwortung für den Schutz der Daten unserer Nutzer bewusst. Andererseits versetzen digitale Technologien Menschen in die Lage, eigene Entscheidungen zu treffen und eine aktive Rolle beim Management ihrer Gesundheit zu übernehmen - zum ersten Mal sitzen sie quasi selbst am Steuer.“

Damit digitale Lösungen überzeugen, braucht es wissenschaftliche Nachweise. Doch gerade bei Innovationen sind Langzeiterfahrungen Mangelware, sodass es ohne einen gewissen Vertrauensvorschuss nicht geht.

Dressler spricht im Namen aller, wenn er sagt: „Wir pflegen enge Beziehungen zu wissenschaftlichen Institutionen, denn die allgemeinen Technologien, auf denen unsere Lösungen bauen, stammen aus der wissenschaftlichen Forschung. Das bedeutet, dass wir neue Funktionen erst nach einem strengen Validierungsprozess einführen, denn immerhin bitten wir Menschen, uns ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen anzuvertrauen.

Die Handhabung gewaltiger Datensätze ist immer auch mit Risiken verbunden - vor allem, wenn die Daten an Dritte weitergegeben werden.

Ian Prangley benennt die Herausforderungen konkret, die es zu bewältigen gilt, wenn er auf die jüngsten Bedenken in Bezug auf die Nutzung sensibler Daten verweist: „Entscheidend ist, dass Daten anonymisiert und geschützt werden. Der Kunde stimmt der Weitergabe seiner Daten in der Gewissheit zu, dass dies allein im Dienst seiner Gesundheit geschieht.“ Auch Lethenberg weiß, wie wichtig Vertrauen ist: „Es kann nur dann aufgebaut werden, wenn man transparent damit umgeht, wie erhobene Daten genutzt werden.“

Die Digitalisierung hat bereits neue Produkte und Dienstleistungen mit positiven Auswirkungen für die Medizin und Forschung hervorgebracht. Dazu Prangley: „Technologie verbindet Menschen und verändert unsere Beziehungen untereinander. Natürlich gibt es auch hier Vor- und Nachteile. Aber gerade im Zusammenhang mit den Themen Gesundheit und Wohlergehen halten wir den Einsatz von Technologien für eine großartige Sache.“

Die vorgestellten Unternehmen bieten digitale Lösungen an, die speziell für psychische Erkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparats - die beiden Hauptgründe für Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeitsversicherung - entwickelt wurden, und diese Lösungen können auch für Krankenversicherer von großem Nutzen sein.

 

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